ÖAW-GIScience Institut


Schillerstraße 30
5020 Salzburg
www.oeaw.ac.at/GIScience

GEOKOM-PEP
ist ein im Rahmen des Förder- programms Sparkling Science vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gefördertes Projekt.

210 Tag(e) seit
Learning with GI VI (2011)


Projekt


GEOKOM-PEP
"Geovisualisierung und Kommunikation in partizipativen Entscheidungsprozessen"
 (SPA/02 - 78/ GEOKOM-PEP)



Das Lehr-/Lernprojekt GEOKOM-PEP entwickelt auf Basis von Webmappin
g-Tools in einer Laborsituation eine Plattform zur partizipativen Raumplanung. Dabei sind SchülerInnen als EntwicklerInnen in diesem diskursiven Prozess an allen wesentlichen Stellen eingebunden und an der wissenschaftlichen Auswertung beteiligt. Für SchülerInnen ist dadurch eine kontinuierliche Einbindung in den Forschungsprozess gegeben.

Projektleitung: ÖAW-GIScience Institut, Dr. T. Jekel

 
Wissenschaftliche Ziele
  1. Konzeption und Entwicklung einer partizipativen webgestützten Planungsumgebung auf Basis von Webmapping-Tools, die von Laien und Experten eingesetzt werden kann.
  2. Empirische Evaluation der Wirkung von Geovisualisierung auf Kommunikations- und Diskussionsstrukturen in partizipativen räumlichen Planungsprozessen. 
  3. Entwicklung eines Referenzrahmens für ‚Spatial Citizenship‘, der notwendige Fähigkeiten im Umgang mit digitaler Geoinformation beschreibt.

Projektstruktur
 

Projektbeschreibung

Das Projekt „Geovisualisierung und Kommunikation in partizipativen Entscheidungspro-zessen“ hat sich das Ziel gesetzt, eine freie und online verfügbare Kommunikations- und Diskussionsplattform zu entwickeln, die es auch Nicht-Experten ermöglichen soll, kollaborativ und diskursiv Raumplanungsprojekte auszuhandeln. Ein zentraler Baustein dieser Plattform sollen digitale Kartierungs-Tools sein, die jedem User zur Verfügung stehen. Das Projekt-Team verspricht sich von diesem Baustein in mehrerlei Hinsicht einen Mehrwert: einerseits wird angenommen, dass sich einzelne Statements verschiedener Interessenlagen in einem solchen Aushandlungsprozess mithilfe selbst erstellter digitaler Karten präziser darstellen und diskutieren lassen und andererseits erlangt das letzten Endes gemeinsam erstellte Raumplanungskonzept deutlich mehr Wirkmächtigkeit, wenn es zusätzlich durch eine professionell erstellte Karte kommuniziert werden kann, denn durch letzteres unterscheiden sich schließlich professionelle Planungen erheblich von Nicht-Experten-Visionen. Somit soll die zu entwickelnde Plattform den Zweck erfüllen, engagierten BürgerInnenn ein Forum zu bieten, um eigene Ideen in Raumplanungsprozesse einfließen zu lassen, diese vor anderen MitstreiterInnen zur Disposition zu stellen und über Mehrheitsbeschlüsse ein demokratisch abgestimmtes und somit gemeinsam getragenes Gesamtkonzept in den politischen Aushandlungsprozess einfließen lassen zu können.

Darüber hinaus kann die Plattform auch im Rahmen geographischer Bildung äußerst nützlich sein. Denn ausgehend vom Grundgedanken, dass kollaborative Planung einer-seits und konstruktivistisches Lernen andererseits als sehr kompatibel angesehen werden können, ließe sich die Plattform zugleich als konstruktivistische Lernumgebung im (Geographie-)Unterricht nutzen. Dass sie dabei online zur Verfügung steht, erlaubt zudem einen direkten Link zum sog. „blended learning“, wobei sie in diesem Zusammenhang eine Doppelfunktion als Lernumgebung und als Content Management System innehätte.

Bei der Entwicklung dieser Plattform stehen neben den technischen Aspekten vor allem auch die sozialen Abläufe des Planungsprozesses im Vordergrund, welche konzipiert, angepasst und erprobt werden müssen. Dies geschah und geschieht im weiteren Projektverlauf gemeinsam mit SchülerInnen der beiden Partnerschulen in einem mehrstufigen R&D-Prozess. Zunächst wurde ausgehend von einer intensiven Literaturrecherche bezüglich diverser Planungs-Settings der soziale Ablauf einer Planungswoche konzipiert, in welcher ca. 40 SchülerInnen ein visionäres Konzept für die Neuplanung des Salzburger Stadtteils Schallmoos entwerfen. Diese Woche wurde bereits durchgeführt, allerdings noch ohne den Einsatz von Geovisualisierungstools. Ausgehend von den Erfahrungen dieser Planungswoche und diverser Tool-Development-Fachliteratur erarbeiteten SchülerInnen einen konkreten Anforderungskatalog an die GI-gestützte Plattform. Im weiteren Projektverlauf erfolgte die Entwicklung eines ersten auf WordPress basierenden Plattform-Prototyps. An diesem Schritt waren SchülerInnen (insbesondere über Praktika am Institut für GIScience) intensiv und eigenverantwortlich beteiligt.

Dieser Prototyp wird zurzeit weiter entwickelt und getestet, bevor er in einer zweiten Pla-nungswoche zum Einsatz kommt. Diese wird mit zwei anderen Schulklassen durchgeführt und unterscheidet sich von der ersten Planungswoche lediglich durch die Verwendung jener Plattform (anstelle eines konventionellen online Forums im ersten Durchlauf) und somit durch den Einsatz digitaler Kartierungstools in sämtlichen Diskussions- und Planungsschritten. Diese zweite Planung erfüllt zwei Zwecke. Zum einen kann die Plattform intensiv auf konzeptionelle Fehler getestet und danach weiter optimiert werden. Zum anderen werden die Diskussionsprozesse (wie auch schon im ersten Durchlauf) dokumentiert und ausgewertet. Der qualitativ-sozialwissenschaftliche Vergleich dieser beiden Diskussions-Settings erlaubt es dann im weiteren Verlauf, den vorab angenommenen Mehrwert digitaler Geovisualisierungstools für die Kommunikations- und Diskussionsqualität in einem kollaborativen Planungsprozess empirisch zu überprüfen und (im Falle seines Vorhandenseins) genauer zu bestimmen und zu beschreiben. Auch in diesen weiteren Schritten (Weiterentwicklung und Evaluation) werden SchülerInnen aktiv eingebunden sein.


Projektlaufzeit
01.10.2009 - 30.09.2011




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